Wo gibt es Ein Quadratkilometer Bildung?

Wo gibt es Ein Quadratkilometer Bildung?

Ein Quadratkilometer Bildung entsteht in ausgewählten Stadtteilen und Kommunen, die unter besonderem sozialen Druck stehen und in denen Bildungschancen ungleich verteilt sind. Häufig beginnen die Bildungswege der Kinder hier aus vielfältigen Gründen  unter erschwerten Bedingungen. Kinder starten ihre Grundschulzeit beispielsweise in vielen Fällen nicht mit den Voraussetzungen, die sie benötigen, um die Grundschule erfolgreich zu durchlaufen. Eltern können ihre Kinder aufgrund ihrer Lebenslagen häufig nicht in dem Maße unterstützen, wie es notwendig wäre. Lernschwierigkeiten in den Bereichen Lesen, Rechnen und Schreiben sind häufig die Folge. Zusätzlich fehlt es oft an kostenfreien und leicht zugänglichen Bildungsangeboten für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern. Kitas, Schulen und Kinder- und Jugendeinrichtungen können den bestehenden Handlungsbedarfen allein nicht gerecht werden.

Um die Zukunftschancen aller Kinder und Jugendlichen in diesen Stadtteilen und Kommunen zu verbessern, werden die Bildungseinrichtungen unterstützt und ihre Kooperation untereinander und mit Eltern gestärkt. Alle Bildungsakteure und Familien im Netzwerk Ein Quadratkilometer Bildung verbindet ihr Potenzial zum Lösen der eigenen Probleme und die Vision von guter Bildung für alle.

Fürstenwalde

Was ist das für ein Ort? 

Ein Quadratkilometer Bildung Fürstenwalde umfasst den Stadtteil Fürstenwalde-Mitte, der durch die Bahnlinie Berlin-Frankfurt/Oder im Norden und die Spree im Süden von anderen Teilen der Stadt abgegrenzt ist. Im Westen des Stadtteils liegt ein Waldgebiet, im Osten ein Gewerbegebiet. Fürstenwalde Mitte ist ein Durchgangsstadtteil mit zentralen Einrichtungen, wie der Stadtverwaltung, dem Bahnhof, Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und kulturellen Angeboten. 

Wer ist beteiligt? 

Ein Quadratkilometer Bildung Fürstenwalde startete im August 2015 auf gemeinsame Initiative der RAA Brandenburg, des Jugendhilfe und Sozialarbeit e.V. (JusSeV), der F.C. Flick Stiftung, der Freudenberg Stiftung und der Stadt Fürstenwalde/Spree.

Die Theodor-Fontane-Grundschule ist Schlüsselschule des Programms, die Gerhard-Goßmann-Grundschule und die Spree-Oberschule (Stadtteil Süd) sind Kooperationsschulen. Weitere Praxisorte sind die Jugendeinrichtung Jugendbasis alpha 1, der Heilpädagogische Hort, der Hort Spreefüchse, die Kitas Parkspatzen und Käferhaus sowie die Caritas Fürstenwalde. 

Kita oder Hort: 4

Grundschule: 2

Weiterführende Schule: 1

Einrichtung mit Förderschwerpunkt: 1 

Kinder- und Jugendeinrichtung: 1

Weitere Netzwerkpartner: 1

Pädagogische Werkstatt: 1

Welche Handlungsbedarfe gibt es? 

Lehrerinnen und Lehrer führen Problemlagen ihrer Schülerinnen und Schüler auf mangelnde Sprachkompetenzen (insbesondere von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund), auf schlechtes Bildungsniveau, auf Verhaltensauffälligkeiten, auf mangelnde Ernährung und auf ungenügende Freizeitgestaltung zurück. Aufgrund großer Klassen, fehlenden Förderunterrichts, fehlender individueller Förderung sowie aufgrund von Personalmangel und ungenügender sonstiger Ausstattung sind die Schulen kaum in der Lage auf bestehende Probleme adäquat zu reagieren.

Aus Sicht der Jugendarbeit sind Bemühungen, Kinder mit Migrationshintergrund zu integrieren, unbedingt zu intensivieren, auch wegen zunehmender Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit auf der Straße. Der Kontakt zu „Problemfamilien“ dürfe keinesfalls nur sporadisch sein. Die zeitweise Suspendierung von Kindern vom Unterricht sei keine Lösung, da Eltern nicht in der Lage seien, die Beschulung zu Hause sicherzustellen.  

Welche Ziele sollen erreicht werden? 
  • Bildungsnetzwerk: Ein Bildungsnetzwerk wird aufgebaut, die beteiligten Einrichtungen entwickeln ein gemeinsames Bildungsverständnis. Die pädagogische Werkstatt wird als Akteur im Netzwerk wahrgenommen.
  • Bildungsübergänge: Förderlücken werden identifiziert und geschlossen. Übergänge zwischen den Institutionen werden gemeinsam gestaltet und verbessert.
  • Lebenswelten: Für Kinder und ihre Familien gibt es die Möglichkeit, ihr soziales Umfeld positiv zu gestalten und ihre Potentiale abzurufen. Kinder werden in ihrer Bildungsentwicklung gestärkt, Familien kennen ihren Erziehungsauftrag und wissen von Unterstützungsmöglichkeiten.
  • Empowerment und Beteiligung: Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche, Eltern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen werden geschaffen und verbessert. Die Beteiligten werden in ihrer Selbstorganisation und Selbstwirksamkeit unterstützt.
  • Integration: Die besonderen aus Zuwanderung entstehenden Bedarfe werden berücksichtigt. Zuwanderer und die lokalen Akteure bzw. Netzwerke werden bei der Integration/Inklusion unterstützt.
  • Qualitätsentwicklung: Bildungseinrichtungen werden bei der Qualitätsentwicklung ihrer Angebote beraten und unterstützt. 
Förderer 

Ein Quadratkilometer Bildung Fürstenwalde ist eine gemeinsame Initiative der RAA Brandenburg, des Jugendhilfe und Sozialarbeit e.V. (JuSeV), der F.C. Flick Stiftung, der Freudenberg Stiftung und der Stadt Fürstenwalde/Spree. 

Kontakt und Adresse 

Pädagogische Werkstatt
Dr.-Wilhelm-Külz-Str. 66
15517 Fürstenwalde/Spree

T 03361 551 2 551
F 03361 551 2 553
M Dominik Ringler, d.ringler@raa-brandenburg.de
W www.quadratkilometer-fuerstenwalde.de